Skating oder Klassisch: Technik, Ausrüstung, Training
30. Okt. 2026 · 4 Min. · Skibuddy Trail Journal
Klassisch und Skating teilen sich die Loipe und die Wachsbank, viel mehr aber nicht. Die Bewegung ist eine andere, die Ausrüstung auch, und beide mögen nicht denselben Schnee.
Die Bewegung
Im klassischen Stil zeigen beide Ski nach vorn. Du drückst einen Ski so fest auf den Schnee, dass die Steigzone greift, und gleitest auf dem anderen. Atomic fasst den Unterschied so zusammen. Klassisch läuft in parallelen, präparierten Spuren, Skating braucht eine flache, präparierte Fläche.
Ein Skatingski hat überhaupt keine Steigzone. Jedes Bein drückt seitlich und nach hinten von einem aufgekanteten Ski ab, während der andere Ski gleitet. Jeder Abdruck ist eine volle Gewichtsverlagerung von Ski zu Ski, deshalb belohnt Skating vor allem Gleichgewicht.
Die klassischen Teiltechniken
Im klassischen Stil wechselst du je nach Gelände zwischen vier Techniken:
- Diagonalschritt. Arm und Bein gegengleich, ein Abdruck pro Stockeinsatz. Der Gang für mittlere und steile Anstiege.
- Doppelstockschub mit Zwischenschritt. Ein Beinabdruck, dann beide Stöcke zugleich. Für flache Anstiege und Ebenen, auf denen der reine Doppelstockschub zäh wird.
- Doppelstockschub. Beide Stöcke zugleich, kein Beinabdruck. In der Ebene und in flachen Abfahrten, auf schneller Spur auf einem immer größeren Teil der Strecke.
- Grätenschritt. Ski im V, gehend oder laufend bergauf. Wenn der Hang zu steil für das Steigwachs ist.
Bei FIS-Rennen dürfen klassische Stöcke höchstens 83 % der Körpergröße messen, gemessen mit Schuhen. Laut SkiTrax soll die Regel den Diagonalschritt erhalten und den Doppelstockschub nicht verbieten.
Die Skating-Techniken
Die deutschen Namen beschreiben, wie oft die Stöcke pro Beinabdruck einsetzen:
- Führarmtechnik, asymmetrischer 2:1. Ein Stockeinsatz auf zwei Beinabdrücke, schief, mit einer starken Seite. Die Technik am Berg, international V1.
- Eintakter, 1:1. Bei jedem Beinabdruck ein Stockeinsatz. Für flache Anstiege, Ebenen und Antritte, international V2.
- Armschwungtechnik, symmetrischer 2:1. Ein Stockeinsatz auf zwei Beinabdrücke, symmetrisch. Für Ebenen und flache Abfahrten mit Tempo, international V2 alternate.
Für die steilsten Rampen gibt es Diagonalskating, für schnelle Abfahrten den Schlittschuhschritt ohne Stockeinsatz. Im Englischen heißen die Techniken Gänge, und die Forschung bestätigt das Bild. Stöggl und Kollegen, die die Skating-Gänge mit einem Smartphone auf der Brust klassifiziert haben, beschreiben, dass Läufer die niedrigen Gänge bergauf und die höheren im leichten Gelände und bei höherem Tempo nutzen. Schalte also herunter, wenn das Tempo sinkt, und hoch, wenn es leicht wird.
Die Ausrüstung
Ski
Fischer empfiehlt klassische Ski in Körpergröße plus 20 bis 30 cm und Skatingski in Körpergröße plus 10 bis 15 cm. Der Skatingski ist außerdem deutlich steifer und hat keine Steigzone.
Beim klassischen Ski zählt die Spannung mehr als die Länge. Madshus empfiehlt für Wachsski eine Spannung von etwa 50 bis 55 % des Körpergewichts, für Klisterski bis zu 60 %. Atomic erklärt den Zielkonflikt. Ist der Ski zu hart, greift die Steigzone nicht, ist er zu weich, bremst die Steigzone beim Gleiten.
Schuhe
Klassikschuhe haben keine Manschette am Knöchel und eine weichere Sohle, damit der Fuß beim Abdruck abrollt. Skatingschuhe sind höher, mit einer Manschette, die den Knöchel stützt, und einer steifen Sohle, die die Kraft überträgt. Atomic baut auch Kombischuhe mit Skatingmanschette und weicherer Sohle für alle, die beide Stile in einem Paar laufen.
Bindung
Prüfe vor dem Bindungskauf die Platte auf deinem Ski. Rossignol gibt an, dass die Turnamic-Bindung Race Pro Skate zu allen NNN- und Prolink-Sohlen passt, aber nur auf die Turnamic-IFP-Platte montiert werden kann.
Stöcke
Fischer rechnet mit 85 % der Körpergröße für klassische Stöcke und 90 % für Skatingstöcke. Bei 180 cm sind das etwa 153 und 162 cm.
Welcher Schnee welchen Stil begünstigt
Klassisch braucht eine Spur und einen Abdruck, der hält. Ein kalter, trockener Tag mit frischer Spur ist Klassisch in Bestform. Hartwachs hält, und die Spur führt jeden Schritt. Swix schreibt, dass Klister meist bei nassem Schnee über null Grad verwendet wird. Die schwierigsten Wachstage liegen um null, wenn Neuschnee nass wird, und dann wählen viele Skating.
Skating braucht eine feste, breite Bahn. Ein gefrorener Morgen ist Skating in Höchstform. Weicher Neuschnee bewirkt das Gegenteil. Jeder Abdruck sinkt ein, während eine durch den Neuschnee gezogene Spur weiter gut läuft. Eine schmale Waldloipe mit Spur und ohne Skatingbahn lässt dir nur Klassisch.
Auch das Rennen kann entscheiden. Beim Engadin Skimarathon über 42 km von Maloja nach S-chanf ist die freie Technik in Laufrichtung links erlaubt, die klassischen Spuren liegen rechts, und in den klassischen Spuren zu skaten ist verboten.
Was du zuerst lernen solltest
Atomic empfiehlt Einsteigern den klassischen Stil, am besten in einem Kurs mit Lehrer, und ergänzt, dass wer vom Eislaufen oder Inlineskaten kommt, auch mit Skating beginnen kann. Klassisch lehrt Gewichtsverlagerung und Abdrucktiming im Gehtempo, und beides nimmst du mit. Skating bestraft fehlendes Gleichgewicht ab dem ersten Abdruck. Beim Skating lernen die meisten zuerst die Führarmtechnik, weil sie am Berg eine stabile Basis gibt.
Eine Trainingswoche mit beiden Stilen
Gib jeder Einheit eine Aufgabe. Ein Muster für fünf Einheiten:
- Dienstag, Skating-Intervalle. Bergläufe in Führarmtechnik und Eintakter, zum Beispiel 6 x 3 Minuten hart an einem bekannten Anstieg.
- Mittwoch, lockeres Klassisch. 60 bis 90 Minuten Diagonalschritt und Doppelstockschub im Plaudertempo.
- Donnerstag, Skating-Technik. Lockere Runde mit Abschnitten ohne Stöcke und bewussten Technikwechseln.
- Samstag, lange Einheit klassisch. Die längste Einheit der Woche, mit Doppelstockschub in jeder Ebene.
- Sonntag, lockeres Skating. Entspannte Armschwungtechnik im flachen Gelände.
Vor einem Skatingrennen tauschst du in den letzten sechs Wochen die lange Einheit gegen Skating. Lege die harten Einheiten in den Stil des Rennens und nutze den anderen für lockeren Umfang.
Vergleiche jeden Stil nur mit seiner eigenen Geschichte. Der Beitrag über Skating und Klassisch auf Strava erklärt, warum eine gemeinsame Bestenliste deine Daten verfälscht.
Beide Stile in einer App
Skibuddy fragt beim Start, ob du klassisch, Skating oder gemischt läufst, und erkennt dann die Teiltechnik aus den Bewegungssensoren des Telefons mit veröffentlichten Regeln, vom Diagonalschritt und Doppelstockschub bis zu den Skating-Techniken. Die Regeln sind noch nicht auf Schnee validiert.
Quellen
- Wikipedia: Skilanglauf, klassischer Stil und Skating
- Stöggl u. a., Sensors 2014: Automatic classification of the sub-techniques (gears) used in cross-country ski skating employing a mobile phone
- SkiTrax: FIS Technical Committee ruling on maximum classic technique poles
- Fischer Sports: How long should classic cross-country and skating skis be?
- Madshus: Choosing the right race skis, part 2, flex and splay
- Atomic: How to find the right cross-country ski
- Atomic: How to choose the perfect cross country ski boots
- Rossignol: Race Pro Skate, Kompatibilität mit Sohlen und Platte
- Swix: Ski waxing for beginners
- Engadin Skimarathon: Informationen während des Rennens
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